Forderung 1

vier Stunden Vor- und Nachbereitungszeit pro ErzieherIn und Woche


Der Ländermonitor „Frühkindliche Bildungssysteme“ bringt es auf den Punkt: „In kaum einem Bundesland ist derzeit klar geregelt, wie viel Arbeitszeit für Aufgaben neben der eigentlichen pädagogischen Arbeit mit den Kindern reserviert ist. Team- und Elterngespräche, Dokumentation und Fortbildung machen in der Praxis mindestens ein Viertel der Aufgaben einer Erzieherin aus.“ Das Kinderbetreuungsnetzwerk der EU hat in den 1996 veröffentlichten „40 Qualitätszielen für Kindertageseinrichtungen“ die Berücksichtigung von wöchentlicher Arbeitszeit ohne Kontakt zu Kindern empfohlen. Im sächsischen Kitagesetz findet diese so genannte mittelbare pädagogische Arbeit bisher keine Berücksichtigung. Im Klartext heißt das, dass der Gesetzgeber erwartet, dass ErzieherInnen in Sachsen die folgenden Dinge in ihrer Freizeit erledigen:

• Beobachtungen und Dokumentationen
• Reflexion der Arbeit
• Planung, Vor- und Nachbereitung von pädagogischer Arbeit inklusive Projekten
• Zusammenarbeit mit den Eltern
• Teamberatung, fachlicher Austausch
• Teilnahme an Fachberatung
• Kooperationen mit Institutionen (Grundschulen, Partner der Familienbildung, etc.)
• Teilnahme an einrichtungs- und trägerübergreifenden Arbeitskreisen, Fachgruppen
• Fachbezogene Fort- und Weiterbildung
• Teilnahme an Supervision und Fallbesprechungen

Für uns als Eltern ist dieser Zustand schlichtweg inakzeptabel. Jeder einzelne Erzieherin und jeder einzelne Erzieher ist in den Kitas ist den hochgesteckten Ansprüchen des sächsischen Bildungsplanes, dem Anspruch des Trägers und ihrem eigenen Anspruch an die tägliche pädagogische Arbeit verpflichtet. Bei nicht vorhandenen Rahmenbedingungen führt dies zu einer Dauerüberlastung und damit einhergehenden hohen Krankenständen in Verbindung mit einer Demotivation der oft hoch motivierten MitarbeiterInnen der sächsischen Kitas.

Die Liga der freien Wohlfahrtsverbände in Sachsen hat am 21. September 2017 einen Vorschlag unterbreitet, wie die Finanzierung der mittelbaren pädagogischen Arbeitszeit von 4 Stunden pro Fachkraft und Woche in den Doppelhaushalten 2019/2020 und 2021/2022 stufenweise umgesetzt werden kann.